08.01.2019

Foto Klimaschrank und Graphik zum Bewitterungszyklus

Links: UV-200 Klimaschrank, rechts: Bewitterungszyklus

Quelle: BAM, Fachbereich Kunst- und Kulturgutanalyse

Projektlaufzeit

01.01.2018 - 31.12.2019

Projektart

Verbundforschungsprojekt

Projektstatus

Laufend

Kurzbeschreibung

Evaluierung und modellhafte Praxiserprobung eines UV-Strahlungsschutzes für Kunstharze aus schädigenden Altrestaurierungen auf national wertvollen Glasmalereien des Naumburger Doms

Ort

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
Unter den Eichen 87
12205 Berlin

Evaluierung und modellhafte Praxiserprobung eines UV-Strahlungsschutzes für Kunstharze aus schädigenden Altrestaurierungen auf national wertvollen Glasmalereien des Naumburger Doms

UV-Schutz für Farbverglasungen in Kirchen wird zunehmend eingesetzt, um die historische Substanz, auf die das Sonnenlicht durch die Fensteröffnungen auftrifft, vor dem Ausbleichen zu schützen, sowie das Verspröden von Lackschichten oder Farbveränderungen von Pigmenten zu verhindern. UV-Schutzverglasungen sind auch dann notwendig, wenn Konservierungsmaterialien, wie z.B. Glaskleber, durch die Einwirkung der UV-Strahlung altern und verspröden, so dass ihre Funktionalität nicht mehr gegeben ist und Substanzverluste befürchtet werden müssen.

Gegenstand

Die Glasfenster der Weltkulturerbestätte Naumburger Dom gehören zu den qualitätvollsten erhaltenen Glasmalereizyklen des hohen Mittelalters. Schädliche Umwelteinwirkungen seit Beginn des Industriezeitalters haben dem Glas und seinen bemalten Oberflächen stark zugesetzt. Restaurierungsmaterialien aus den 1940er und 1960er Jahren wie Glaskleber und Kunststoffe haben zu Zerfall und Veränderungen am Glasbestand geführt. Um die Verglasung des Naumburger Domes langfristig zu erhalten, sollen in einem Verbundprojekt die Glasmalereibestände beider Chöre im Zeitraum von 2017 bis 2020 instandgesetzt werden. Voraussetzungen dafür sind Grundlagenforschungen zu den verwendeten Materialien und den bisherigen Restaurierungsarbeiten am Glas, ebenso wie Untersuchungen an UV-filternden Gläsern.

Methoden

Im Rahmen eines Teilprojektes werden mögliche Veränderung an unterschiedlichen Arten von UV-Schutzgläsern untersucht. Mit Hilfe der UV-VIS-Spektroskopie in Transmission wird der Ausgangszustand dieser Gläser dokumentiert. Dabei soll der UV-Bereich (290 nm bis 400 nm) möglichst scharf und vollständig absorbiert werden, weil besonders die energiereiche UV-Strahlung durch Spaltung von Bindungen zur Degradation organischer Materialien führt, während der sichtbare Bereich möglichst unverändert durchgelassen werden soll, um Farbechtheit zu gewährleisten. Diese Eigenschaften müssen auch langfristig unter den Einsatzbedingungen erhalten bleiben. Durch künstliche Bewitterung im Klimaprüfschrank unter Einfluss von UV-Strahlung, Temperatur, Feuchte und Beregnung werden die UV-Schutzgläser systematisch und reproduzierbar getestet. Die sich einstellenden Veränderungen sollen durch UV-VIS Spektroskopie in Transmission charakterisiert werden. In einer zweiten Phase erfolgen nach der Auswahl und Installation der UV-Schutzverglasung im Naumburger Dom an einem Fenster in situ-Messungen, um die UV-Belastung im Außenbereich und hinter der Außenschutzverglasung zu dokumentieren.

Förderung

Finanziert werden die naturwissenschaftlichen Untersuchungen von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück