11.08.2016

Projektlaufzeit

01.04.2017 - 31.03.2019

Projektart

Interdisziplinäres Projekt

Projektstatus

Laufend

Kurzbeschreibung

Materialanalytische und kulturhistorische Untersuchungen von kolonialzeitlichen Handschriften aus Mexiko in Berlin und Krakau

Ort

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
Unter den Eichen 87
12205 Berlin

Materialanalytische und kulturhistorische Untersuchungen von kolonialzeitlichen Handschriften aus Mexiko in Berlin und Krakau

In der Staatsbibliothek zu Berlin und in der Jagiellonen Bibliothek in Krakau werden einige illuminierte Handschriften aufbewahrt, bei denen es sich um indigene und kolonialzeitliche Codices handelt. Diese spiegeln in besonderer Weise die aztekische Kultur und die wechselseitigen Beziehungen zwischen den spanischen Kolonialherren und der indigenen Bevölkerung wider. In dem einzigartigen heterogenen Bestand sind nicht nur originale Manuskripte der indigenen Bevölkerung überliefert, sondern auch spanische Handschriften, bei denen es sich teilweise um Adaptionen der aztekischen Originalhandschriften in Náhuatl und spanischer Sprache handelt, oder eben Kopien. In einem interdisziplinären Forschungsvorhaben aus Natur- und Geisteswissenschaften sollen die bislang nur vereinzelt bearbeiteten Manuskripte in Berlin und Krakau einer umfassenden fächerübergreifenden Untersuchung unterzogen werden. Das Vorhaben widmet sich unterschiedlichen Fragestellungen.

Ziel

Die kulturhistorische Aufarbeitung des Bestandes beinhaltet zunächst kodikologische aber auch kunsthistorische Fragestellungen. So gilt es, zunächst die unterschiedlichen prähispanischen und kolonialzeitlichen Texte und deren Zeichen zu erforschen. Neben der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Text und Bild spielt die Analyse der Bildprogramme eine zentrale Rolle. Inwieweit spiegelt sich die Kolonialisierung in den Manuskripten wieder? Werden die aztekischen Darstellungen kopiert, durch spanische Bildinhalte ersetzt oder kommt es vielmehr zu einer Synthese bzw. Vermischung der Stile? Darüber hinaus sind die Untersuchung der Geschichte der Azteken, ihrer Ikonographie und Schrift, sowie deren Kartographie unmittelbar vor und während der Kolonialzeit bedeutsam.

Methoden

Neben geisteswissenschaftlichen Untersuchungen spielen naturwissenschaftliche Analysen der Schreib- und Zeichenmaterialien sowie der Schreibgründe eine wichtige Rolle. So kann durch die Materialanalyse eine Rückkopplung mit der Geschichte der Manuskripte erfolgen. Neben der erstmaligen Bestimmung der verwendeten Farb- und Schreibmaterialien soll die Zugehörigkeit einzelner Fragmente zu verschieden Manuskripten materialwissenschaftlich belegt werden. Weiterhin ermöglicht die Unterscheidung der Materialien die Identifizierung von Abschriften bzw. Kopien.

Förderung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Kooperationspartner

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
Staatsbibliothek zu Berlin, SPK