10.08.2016

Projektlaufzeit

08.04.2010 - 07.04.2013

Projektart

BAM eigenes Projekt

Projektstatus

Geschlossen

Kurzbeschreibung

Bestimmung von Ameisen- und Essigsäure in Museumsvitrinen

Ort

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
Unter den Eichen 87
12205 Berlin

Die BAM hat im Fachbereich Materialien und Luftschadstoffe (Arbeitsgebiete Emission aus Materialien und Immissionen/Organische Luftinhaltsstoffe) sowie im Fachbereich Kunst- und Kulturgutanalye schon wiederholt Themen bearbeitet, die sich mit Methoden zur Untersuchung von Emissionen aus Baustoffen und mit der Auswirkung von Emissionen auf Kunst und Kulturgut befassten.

Historische Vitrinen im Archäologischen Museum in Salta, Argentinien

Historische Vitrinen im Archäologischen Museum in Salta, Argentinien

Quelle: BAM

Gegenstand

Sowohl in Deutschland als auch in Europa wird über externe und interne Schadstoffbelastungen für das materielle Kunst- und Kulturgut sowie deren Minimierung diskutiert. Die vorliegende Methode zur Bestimmung von Ameisen- und Essigsäure soll einen Beitrag zum Schutz des kulturellen Erbes leisten. Museumsvitrinen schützen und bewahren die in ihnen präsentierten Objekte vor verschiedenen äußeren Einflüssen. Als externe Schadstoffquellen werden in diesem Zusammenhang aus der Umwelt stammende Schadstoffe bezeichnet, wie Sporen, Pollen, Staub- und Rauchpartikel, die als Schadstoffe wirken und mit weiteren gasförmigen Schadstoffen wie z. B. Schwefeldioxid, Ozon, Stickoxiden oder Kohlenwasserstoffen eingetragen werden können. Vor diesen externen Schadstoffen bieten moderne Museumsvitrinen einen verhältnismäßig weit reichenden Schutz. Dieser Schutz wird mit einem möglichst hohen Grad an Luftdichtigkeit erreicht.

Zusätzlich zu den Schadstoffen aus der Umwelt gibt es zwei hauptsächliche interne Schadstoffquellen. Diese können einerseits bei (speziellen Objekten) objektimmanente Exhalate, andererseits aber auch Schadstoffemissionen sein (wie Lösungsmittel, organische Säuren, z.B. Ameisen- und Essigsäure, Formaldehyd u. a.), die ihren Ursprung in den Werkstoffen der Vitrinen und der Vitrinenausstattung haben. Besonders problematisch ist bei modernen Vitrinenkonstruktionen in diesem Falle die hohe Luftdichtigkeit mit nur sehr geringen Luftwechselraten, da die schädigende Wirkung der internen Schadstoffe auf die ausgestellten Museumsobjekte so deutlich verstärkt werden kann. Bislang können diese schädigenden Wirkungen nur durch zusätzliche Schutzbegasungssysteme effektiv unterbunden werden, die jedoch zu deutlich erhöhten Kosten führen können.

Ziel

Ein neu zu entwickelndes Schadstoff-Messverfahren soll realitätsnah überprüft werden. Bislang existieren weltweit weder entsprechende allgemein verbindliche Prüfmethoden noch etwaige Schadstoffgrenzwerte für die spezielle Anwendung „Museumsvitrine“. Bei der Methodenentwicklung und Methodenoptimierung handelt es sich um Messungen von Emissionen aus den Baustoffen zur Vitrinenherstellung. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Entwicklung und Optimierung des quantitativen Nachweises von leichtflüchtigen organischen Säuren, wie Essig- und Ameisensäure.

Literatur

DIN ISO 16000-3 - Innenraumluftverunreinigungen - Teil 3: Messen von Formaldehyd und anderen Carbonylverbindungen, Probenahme mit einer Pumpe. 2002. DIN ISO 16000.

DIN ISO 16000-6 - Innenraumluftverunreinigungen - Teil 6: Bestimmung von VOC in der Innenraumluft und in Prüfkammern, Probenahme auf TENAX TA®, thermische Desorption und Gaschromatographie mit MS/FID. 2004. DIN ISO 16000.

DIN ISO 16000-9 - Messen von Innenraumluftverunreinigungen - Teil 9: Bestimmung der Emission von flüchtigen organischen Verbindungen - Emissionsprüfkammer-Verfahren. 2006. DIN ISO 16000.

Ausschuss zur gesundheitlichen Beewertung von Bauprodukten (AgBB) - Empfehlungen zur Vorgehensweise bei der gesundheitlichen Bewertung der Emissionen von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) aus Bauprodukten. 2008.

W. Horn; O. Jann; J. Kasche; F. Bitter; D. Müller; B. Müller. 2007. Umwelt- und Gesundheitsanforderungen an Bauprodukte - Ermittlung und Bewertung der VOC-Emissionen und geruchlichen Belastungen. UBA-Texte 16/2007. Umweltbundesamt, Dessau